Praxis für Integrative Primärtherapie und Körperpsychotherapie

Anita Timpe und Barbara Koch-Mäckler

Tel.: 030 / 2529 7870
Hornstr. 2, 10963 Berlin

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Integrative Primärtherapie

Körperpsychotherapie


Häufig gestellte Fragen

1. Was ist ein "Urschrei"?

2. Arbeiten Sie mit Primärtherapie nach Janov?

3. Arbeiten Sie mit Primärtherapie nach Stettbacher?

4. Was bedeutet der Ausdruck "alte Gefühle"?

5. Wie wollen Sie das denn erreichen, mich "in Kontakt mit meinen Gefühlen zu bringen"?

6. Was tun Sie, wenn ich trotz Ihrer Methoden nicht an meine Gefühle komme?

7. Ich habe Angst, daß ich, wenn ich einmal anfangen würde zu weinen, nie mehr aufhören könnte. Was tun Sie dann?

8. Was bedeutet im Zusammenhang mit der Primärtherapie der Ausdruck "Integrativ"?

 

1. Was ist ein "Urschrei"?

"Urschrei" war zunächst einmal ein wahrscheinlich vom Verleger erfundener werbewirksamer Buchtitel. Janovs 1970 erschienenes erstes Buch über seine Therapie handelte weniger von "Urschreien" als von Urschmerzen. Unter Urschmerz versteht Janov die Schmerzen des unabgewehrten kleinen Kindes, zu denen in der Therapie zurückgekehrt wird, um allmählich den damals entwickelten Schutzpanzer wieder durchlässiger zu machen. Im Verlauf der Therapie kann es zu Schreien, lautem Weinen, spontanen Körperbewegungen und anderem kommen, es wird aber heute nicht mehr als Beweis für eine gelingende Therapie angestrebt.

 

2. Arbeiten Sie mit Primärtherapie nach Janov?

Ja und Nein. Unsere Ausbildung wurde vermittelt über Therapeutinnen, die in den 70er Jahren am Janov-Institut in Los Angeles gewesen sind und die dann zurück in Deutschland die Integrative Primärtherapie entwickelt haben. Wir stimmen mit Janov darin überein, daß es heilend ist, in der Kindheit nicht gefühlte Gefühle in der Therapie zuzulassen und daß es sich dabei naturgemäß oft um sehr schmerzhafte Gefühle handelt. Wir stimmen mit Janov beispielsweise nicht überein in seiner Bezeichnung des erwachsenen traumatisierten Menschen als "irreal", in seiner Überzeugung, daß die Abwehr "durchbrochen" werden müsse und in seinem Heilsversprechen eines "postprimären" Menschen nach der Therapie. Wir respektieren die Abwehr als überlebensnotwendig, arbeiten "am Widerstand entlang" und wissen, daß die Aufarbeitung und Heilung von Traumatisierungen ein langer Prozeß sein kann.

 

3. Arbeiten Sie mit Primärtherapie nach Stettbacher?

Nein. Genau wie viele andere hat Stettbacher seine eigene Abwandlung der Primärtherapie geschaffen. Die Integrative Primärtherapie ist eine andere Abwandlung, wobei es natürlich auch Übereinstimmungen gibt.

 

4. Was bedeutet der Ausdruck "alte Gefühle"?

In der Integrativen Primärtherapie bezeichnet man Überzeugungen oder Annahmen als "alte Gefühle", die aus der Kindheit, der Zeit der Geburt oder sogar aus der vorgeburtlichen Zeit eines Menschen stammen. Diese Überzeugungen hatten zu dem Zeitpunkt, an dem sie entstanden sind, ihre Berechtigung. Sie spiegeln das unmittelbare Erleben des Kindes wider. So mag das Kind einer Mutter mit Wehenschwäche im Geburtskanal zu der Überzeugung gekommen sein: "Ich muß alles allein machen!" oder "Ich schaffe es nicht!". Ein vernachlässigtes Kind mag aufgrund seiner Erfahrungen zu der Annahme kommen: "Für mich interessiert sich ja sowieso niemand." Solche Überzeugungen, die meistens unbewußt sind, können sich dann bis weit ins Erwachsenenleben vor das Erleben von aktuellen Situationen schieben, es verzerren und zu Reaktionen führen, die der Gegenwartssituation nicht angemessen sind. In der Integrativen Primärtherapie gehen wir davon aus, dass es heilend ist, diese "alten Gefühle" im Zusammenhang mit der ursprünglichen Situation wiederzuerleben und zu fühlen.

 

5. Wie wollen Sie das denn erreichen, mich "in Kontakt mit meinen Gefühlen zu bringen"?

Das wichtigste ist unsere Grundeinstellung, alle Gefühle willkommen zu heißen. Wir wenden keine speziellen Methoden an wie z.B. vertiefte Atmung oder körperliche Streßpositionen. Dagegen achten wir sehr genau auf alles, was neben dem sprachlichen Ausdruck an Gefühlsäußerungen bei dem Klienten auftaucht: Gesichtsausdruck, Körperhaltung, Atmung, Stimme, Tonfall, Gesten. Fällt uns so etwas auf, dann lenken wir die Aufmerksamkeit des Klienten darauf und arbeiten bevorzugt damit weiter.

 

6. Was tun Sie, wenn ich trotz Ihrer Methoden nicht an meine Gefühle komme?

Wir werden Sie nicht gegen Ihren Willen oder mit ausgeklügelten Methoden in Kontakt mit Ihren Gefühlen bringen. Wir schlagen dann eher vor, sich der Seite in Ihnen zuzuwenden, die Gefühle nicht zulassen will oder kann. Zutrauen und Mut zu den eigenen Gefühlen und ihrem Ausdruck zu fassen, ist ein allmählicher Prozeß.

 

7. Ich habe Angst, daß ich, wenn ich einmal anfangen würde zu weinen, nie mehr aufhören könnte. Was tun Sie dann?

Wir respektieren diese Angst und werden sie nicht übergehen. Gleichzeitig sehen wir sie als ein "altes Gefühl" (s.o.) an, mit dem man arbeiten kann. Aus unserer Erfahrung können wir Ihnen versichern, daß längere Phasen von tiefem Weinen in der Therapie zwar vorkommen, daß sie aber stets zu einem organischen Abschluß gekommen sind. Bei dieser Gelegenheit ist es vielleicht wichtig, darauf hinzuweisen, daß wir bereit sind über den üblichen zeitlichen Rahmen von 60 Minuten hinaus längere Sitzungen zu vereinbaren, da es günstig ist, gerade wenn mit tiefen Gefühlen gearbeitet wird, genügend Zeit zu haben.

 

8. Was bedeutet im Zusammenhang mit der Primärtherapie der Ausdruck "Integrativ"?

In unserem Zusammenhang bedeutet "Integrativ", daß es in der Therapie nicht nur auf das Zulassen von Gefühlen ankommt, sondern auch darauf, diese Gefühle und überhaupt die Auswirkungen der Therapie in den Alltag zu integrieren. Uns liegt nicht daran, daß Klientinnen sich zu "Therapieraumheldinnen" entwickeln, sondern zu Menschen, die ihre neuentwickelte Lebendigkeit, Offenheit und Verletzlichkeit auch in den Alltag integrieren können. Integrativ bedeutet außerdem, daß wir um die Klientinnen auf beste Weise zu unterstützen auch andere Methoden in unsere Arbeit miteinbeziehen, z.B. die Organismische Körperpsychotherapie nach Malcolm Brown, die sehr mit Kontakt, nährender Berührung und körperlichem Halt arbeitet. Andere Methoden sind: Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen (Voice-Dialogue-Methode), Focusing